Rose: Kapitel 2

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Kapitel 2: Ecken und sichere Steine

Vielleicht eine der fundamentalsten Strategien bei Othello ist es, die Ecken einzunehmen. Nach den Regeln des Spiels ist es nicht möglich, einen Eckstein zu drehen. Wenn du also eine Ecke nehmen kannst, gehört dir dieser Stein für den Rest des Spiels. In Diagramm 2-1 muss der Stein auf h8 am Ende des Spiels weiß sein, auch wenn Schwarz später nach g8 und h7 setzen sollte. Hinzu kommt, dass, wenn du einmal eine Ecke eingenommen hast es oft möglich ist, eine große Zahl Steine zu bilden, die von der Ecke geschützt werden und nicht mehr gedreht werden können. Solche Steine werden „sichere Steine“ (engl. stable discs) genannt.


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Diagramm 2-1 Diagramm 2-2 Diagramm 2-3


In Diagramm 2-2 sind die Steine in der unteren Reihe sichere Steine, und in Diagramm 2-3 sind alle 21 weißen Steine auch sichere Steine. Wenn dir das nicht offensichtlich ist, nimm dir Zeit und überzeuge dich selbst. Baue diese Situation auf einem Spielbrett nach und versuche, die sicheren Steine durch die Platzierung von schwarzen Steinen zu drehen. Wo immer du auch hinsetzt, es gibt einfach keine Möglichkeit, für Schwarz „hinter“ die weißen Steine zu gelangen, um sie einzuschließen und zu drehen. Die Möglichkeit, sichere Steine zu bilden, macht gewöhnlich Ecken sehr wertvoll, besonders frühzeitig in einem Spiel.

Wenn die Einnahme von Ecken so viel wert ist, solltest du offensichtlich deinem Gegner möglichst keine Ecke geben. Nach den Regeln des Spiels ist die einzige Möglichkeit, für deinen Gegner eine Ecke zu nehmen, wenn du in ein Nachbarfeld einer Ecke setzt; mit anderen Worten: in die C-Felder und die X-Felder. Die X-Felder sind besonders gefährlich. Ein frühzeitiger Zug in ein X-Feld stellt fast sicher, dass die angrenzende Ecke verloren ist. Zum Beispiel in Diagramm 2-4 hat Weiß gerade in das X-Feld g7 gesetzt. Auch wenn Schwarz nicht direkt in die Ecke h8 setzten kann, sollte er nur einen Stein auf der Diagonale c3 - f6 platzieren können, so wird er in der Lage sein die Ecke einzunehmen.


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Diagramm 2-4 Diagramm 2-5
Schwarz ist am Zug Weiß ist am Zug


Eine Möglichkeit für Schwarz ist es, b5 zu spielen. Wie in Diagramm 2-5 gezeigt, wird damit e5 gedreht. Egal wohin Weiß setzt, er wird nicht in der Lage sein, e5 zurück zu gewinnen. Deshalb kann Schwarz mit seinem nächsten Zug die Ecke h8 einnehmen. Wenn Schwarz die Ecke erst einmal hat, werden alle Steine in Zeile 8 sichere Steine. Außerdem wird er später im Spiel wahrscheinlich auch an der rechten Kante sichere Steine bilden können. Im Allgemeinen gilt, je früher in einem Spiel eine Ecke eingenommen wird, desto wertvoller ist sie, da auch das Potential, sichere Steine um diese Ecke zu bilden, größer ist. In den meisten Fällen erweist sich der frühzeitige Zug in ein X-Feld als fataler Fehler, obwohl später im Buch besondere Umstände untersucht werden, unter denen frühe Züge in X-Felder vorteilhaft sind.

Während Züge in X-Felder deinem Gegner normalerweise erlauben, die angrenzende Ecke einzunehmen, hängt der Grad der Gefahr enorm von den restlichen Steinen an der gleichen Kante ab. Zum Beispiel in den Diagrammen 2-6, 2-7 und 2-8, wird Schwarz schnell die Ecke h1 verlieren. In Diagramm 2-6 nimmt Weiß einfach mit dem nächsten Zug die Ecke ein. In Diagramm 2-7 kann Weiß h3 spielen; für Schwarz besteht keine Möglichkeit, den Stein auf h3 zu drehen, und Weiß wird mit seinem nächsten Zug h1 spielen können. Kannst du erkennen, wie Weiß in Diagramm 2-8 die Ecke h1 einnehmen kann?


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Diagramm 2-6 Diagramm 2-7 Diagramm 2-8
Weiß ist am Zug Weiß ist am Zug Weiß ist am Zug


Beginnend bei Diagramm 2-8 sollte Weiß h3 spielen, und somit Zugang zur Ecke h1 erlangen. Auch wenn Schwarz h3 gewinnt, indem er h4 spielt, wie in Diagramm 2-9 veranschaulicht, so hat Weiß immer noch Zugang zu der Ecke; Diagramm 2-10 zeigt dies. Diese Diagramme belegen, dass C-Felder sehr gefährlich sind. Wenn die dazugehörigen A-Felder frei sind, erlauben sie dem Gegner, die Ecke anzugreifen, indem er in das A-Feld setzt. Wir werden noch mehr Beispiele wie dieses in späteren Kapiteln sehen.


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Diagramm 2-9 Diagramm 2-10
Weiß ist am Zug


Auch wenn in vielen Fällen C-Felder ungünstige Züge darstellen, sind sie ziemlich häufig sehr gute Züge, und oftmals besteht keine Gefahr, die Ecke abzugeben, obwohl sie Nachbarfelder sind. Die Diagramme 2-11, 2-12 und 2-13, zeigen jeweils Beispiele, bei denen Schwarz einen vorteilhaften Zug in das C-Feld machen kann. In Diagramm 2-11 bildet ein Zug nach h2 sichere Steine und bietet Weiß keine Perspektive, die Ecke zu nehmen. In Diagramm 2-12 muss Schwarz h2 spielen, um zu verhindern, dass Weiß die Ecke h8 gewinnt. Sobald er dies getan hat, besteht keine unmittelbare Gefahr für ihn, eine Ecke zu verlieren. In Diagramm 2-13 kann Schwarz h2 spielen und später auch das andere C-Feld h7, ohne das Risiko, eine Ecke zu verlieren. Wie diese Diagramme zeigen, ist der beste Zeitpunkt ein C-Feld zu spielen oft dann, wenn sich bereits Steine deiner Farbe auf anderen Feldern dieser Kante befinden.


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Diagramm 2-11 Diagramm 2-12 Diagramm 2-13
Schwarz ist am Zug Schwarz ist am Zug Schwarz ist am Zug




Übungen

Finde in jedem Diagramm den besten Zug. Die Lösungen findest du hier.



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Übung 2-1 Übung 2-2 Übung 2-3
Weiß ist am Zug Schwarz ist am Zug Weiß ist am Zug



RoseExe02-04.png RoseExe02-05.png RoseExe02-06.png
Übung 2-4 Übung 2-5 Übung 2-6
Schwarz ist am Zug Schwarz ist am Zug Weiß ist am Zug



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